«Unser Album ist mit Garage Band aufgenommen»

Aus wenig macht Walter Frosch viel: Zu zweit haben sie daheim ein ganzes Album aufgenommen und produziert. Mit einfachem Equipment und Gratisprogrammen ist «Diskothekenbesitzer» entstanden.

Bereits 2019 fingen Walter Frosch, Rune Dahl Hansen und Mike Saxer, am Album «Diskothekenbesitzer» an zu arbeiten. Als die Pandemie, und somit auch der Lockdown, kam, haben sie einfach so weitergearbeitet wie bisher.

An Inspiration hat es den Musikern aber nicht gefehlt, ganz im Gegenteil: Für sie war es schön, während dieser Zeit ein Projekt zu haben. Mike und Rune machen schon länger gemeinsam Musik und Dateien hin und her schicken gehörte schon immer zu ihrem Arbeitsablauf. Von dem her hat sich nicht viel geändert. Gerade Rune hat schon öfters Ideen zu Hause als Demoversionen aufgenommen. So kam die Idee, mit dem zu schaffen, was sie bereits zu Hause haben und nicht ins Studio zu gehen.

Wir haben unabhängig von der Pandemie entschieden das Album zu Hause und nicht im Studio aufzunehmen.

Mike Saxer, Walter Frosch

Für Walter Frosch war es angenehmer das Album zu Hause aufzunehmen, wo sie so viel Zeit haben wie sie möchten. «Im Studio hast du ständig den Zeitdruck, den du zu Hause nicht hast. Du kannst ein Jahr oder zwei Stunden an einem Song arbeiten, es spielt keine Rolle», sagt Mike. So hatten sie auch selbst die komplette Kontrolle über ihre Aufnahmen.

Das einzige Problem, wenn man zu Hause ein Album aufnimmt, ist der Krach. Und somit die Nachbarn…

Rune Dahl Hansen, Walter Frosch
Tonstudio-Einrichtung von Walter Frosch.

Gute Stimmung vs. perfekten Sound

Das eigene Heim ist allerdings meistens nicht wie ein professionelles Tonstudio eingerichtet und hat auch keine Dämmung an den Wänden. Es wird also mit dem gearbeitet, was zur Verfügung steht und was gut klingt kommt darauf an, welche Ansprüche man hat.

Für gewisse Tontechniker klingt unser Album ziemlich sicher schrecklich.

Rune Dahl Hansen, Walter Frosch

Für Walter Frosch ist es bei den Aufnahmen eher um die Stimmung gegangen, als alles super korrekt aufzunehmen. Ihr Lieblingssong auf dem Album ist «New Shade». Sie hören es immer wieder gerne und haben Freude, wie sie es geschrieben haben. «Es war schön, an diesem Lied zu basteln», sagt Rune.

Produktionskosten: 0.- Franken

Das Album zu produzieren und abzumischen hat Walter Frosch nichts gekostet. Die Produktion der Vinylplatten waren die einzigen Kosten, die sie hatten. Dazu muss man die Musik mastern lassen und die Platten pressen. Sie haben insgesamt ca. 1’300 Franken dafür ausgegeben. Das Albumcover hat Runes Schwester gestaltet, das kostete Walter Frosch also auch nichts.

Tipps von Walter Frosch:

  • Die ganze Zeit immer wieder aufnehmen und man lernt jedes mal etwas Neues dazu.
  • Die Mittel nutzen, die man zur Hand hat. Wir haben für uns entdeckt, ganze einfache Mittel zu nutzen, zum Beispiel das App Garage Band. Mit Garage Band und einem günstigen Keyboard aus dem Internet kann man schon viel machen. Es ist von Vorteil, wenn man sich so beschränken kann, ohne sich Druck zu machen.
  • Wenn man mit den Ressourcen arbeiten muss, die man hat, ist man oft auf kreativer.
  • Grundsätzlich ist mit den gratis Programmen alles möglich. Wenn man sich Mühe gibt, dass das was man aufnimmt, schön tönt, dann tönt es schlussendlich gut. Dann ist es egal, ob es in einem billigen oder teuren Programm aufgenommen worden ist. Man soll sich nicht davon abschrecken lassen, dass man teures Equipment braucht. Man kann mit ganz wenig viel machen.
  • Es gibt momentan viele Leute, die Sachen wie Garage Band für sich entdecken, weil es so simpel ist; es kostet nichts und ist praktisch für alle zugänglich. Nur schon diese Erkenntnis hilft sehr, selber unabhängig Musik machen zu können, ohne viel Geld oder Erfahrung.
Laptop und Keyboard: Alles was man für das Produzieren von Musik braucht.

Einfach ins Internet laden

Eine Albumtaufe ist nicht Walter Froschs Ding. Momentan ja auch nicht möglich.

Wir haben das Album, so blöd wie es klingt, einfach ins Internet geladen.

Mike Saxer, Walter Frosch

Auch bei früheren Musikprojekten feierten sie nie wirklich den Release. Sie freuen sich aber darauf, die neuen Songs an Konzerten zu spielen, wenn sie wieder dürfen. Sie schreiben auch schon wieder Musik.

Wir sammeln jetzt Ideen und wenn wir merken, dass wir eine konkretere Idee haben, wie das Album werden sollte, arbeiten wir aktiver daran.

Mike Saxer, Walter Frosch
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