Wie sauber ist das Schaffhauser Trinkwasser?

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Zur Abstimmung über die Trinkwasserinitiative am 13. Juni hat das S’MAGAZIN recherchiert, wie sauber das Schaffhauser Wasser ist.

Ein weiteres politisch geprägtes Wochenende steht für die Schweizer Bevölkerung an. Unter anderem stimmen wir über die Initiative für sauberes Trinkwasser ab. Diese Initiative will weniger Pestizide im Wasser, weniger importiertes Tierfutter und die Verbesserung der Tierhaltung, gerade wenn es um die Verabreichung von Antibiotika geht. All diese Dinge haben einen direkten Einfluss auf die Qualität unseres Trinkwassers.

Erklärvideo zur Trinkwasserinitiative von easyvote.

Wasserqualität in Schaffhausen

So, da wir nun alle wissen, um was es bei dieser Abstimmung geht, schauen wir uns mal die Wasserqualität in Schaffhausen an. SH Power veröffentlicht genaue Zahlen dazu. Im Stadtgebiet gibt es vier verschiedene Druckzonen, in denen die Messwerte jeweils variieren. Für diesen Artikel nehmen wir den Durchschnitt dieser Messwerte, da sie nicht gross voneinander abweichen.

Eher niedrige Nitratwerte

Das Dünger, welches nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, gelangt direkt ins Grund- und somit in unser Trinkwasser. In Dünger hat es viel Nitrat. Der Stoff kommt allerdings in geringen Mengen (ca. 4 mg/l) natürlich im Trinkwasser vor. Der Wert, der in der Schweiz nicht überschritten werden darf, liegt bei 25 Milligramm pro Liter (mg/l). Der Durchschnittswert in der Stadt Schaffhausen liegt laut SH Power bei etwa 12.5 mg/l, in Neuhausen am Rheinfall bei 11.2 mg/l. Wir sind also weit unter dem Höchstwert, allerdings kann jedes bisschen Nitrat zu einem erhöhtem Risiko für Darmkrebs führen.

Übersicht Nitratkonzentration im Kanton Schaffhausen (Quelle: Interkantonales Labor)

«Die Nitratkonzentration im Trinkwasser ist im ganzen Kanton unter den geforderten 40 mg/l. Im Grundwasser gibt es teilweise noch Verbesserungspotential», sagt Peter Wäspi vom Interkantonalen Labor. Das Trinkwasser kann im ganzen Kanton bedenkenlos getrunken werden, so Wäspi.

Überblick über Anteil Nitrat im Schweizer Grundwasser (Quelle: BAFU)

Chlorothalonil-Metaboliten übersteigen Höchstwert

Das Pilzbekämpfungsmittel Chlorothalonil (gehört zu den Pestiziden) wird oft beim Getreideanbau verwendet, der Messwert übersteigt vor allem im Mittelland den Höchstwert. Dazu gehört auch Schaffhausen.

«Eine Höchstwertüberschreitung bedeutet keine unmittelbare Gesundheitsgefahr. Der Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter (µg/L) ist in der Schweiz vorsorglich und insbesondere aus qualitativen Gründen sehr tief festgelegt worden. Das Trinkwasser kann auch bei einer Überschreitung weiterhin konsumiert werden. Trotzdem: langfristig streben wir qualitativ hochwertiges Trinkwasser an, das möglichst wenig mit Rückständen belastet ist», heisst es in einer Mitteilung vom Interkantonalen Labor.

Die Karte zeigt eine weiträumige Verbreitung und einen hohen Anteil an Werten über 0.1 Mikrogramm pro Liter von Chlorothalonil R471811 im Grundwasser des Mittellandes. (Quelle: BAFU)

Grundwasser erneuert sich relativ langsam und die Metaboliten (chemische Verbindung) von Chlorothalonil sind ausgesprochen langlebig. Laut Bundesamt für Umwelt ist davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch während Jahren in grösserem Ausmass beeinträchtigen werden.

«Die Konzentrationen der Abbauprodukte von Chlorothalonil liegen teilweise über dem Höchstwert. Da der Einsatz des Mittels verboten worden ist, dürfte sich die Situation sukzessive verbessern», sagt Wäspi.

Sehr viel Kalk

Einen weiteren Punkt, was das Wasser allerdings nicht schädlich für Konsument:innen macht, ist der Kalkgehalt. Das Wasser in Schaffhausen hat einen sehr hohen Kalkgehalt, was das Wasser hart macht. Dieser wirkt sich aber lediglich auf den Geschmack aus. Um die Wasserhärte zu evaluieren wird neben dem Kalk auf den Magnesiumanteil gemessen. Diese zwei Komponente ergeben den sogenannten französischen Härtegrad (ºfH). Laut Swisskalk liegt der Härtegrad in Schaffhausen zwischen 20 und 30 ºfH.

(Bild: Pixabay)

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