Stadtpark als Alternative zum Lindli?

Platz auf der vorderen Breite hat es genug. Die Stadt möchte das Areal überbauen, doch es gibt Gegenstimmen: Es soll ein Stadtpark entstehen.

Die Zeiten, in denen ich das grelle Licht des FCS-Stadions von meinem Schlafzimmer aus durch die Bäume gesehen habe und der Wind die Rufe der Fans durch mein offenes Fenster getragen hat, sind vorbei. Der FC Schaffhausen ist in ein neues, grösseres Stadion umgezogen und das auf der Breite liegt fast schon verlassen da. Natürlich wird es noch genutzt, das bekomme ich von meinem Zimmer aber nicht mehr mit über. Junioren trainieren dort fleissig ihre Ballkünste. Rund ums Stadion gibt es viel Freiraum. Und genau da plant die Stadt eine Überbauung mit Wohnhäusern. Wohnraum macht eine Stadt attraktiv. Ein Park allerdings auch.

Maximilian Wiggenhauser und Jacqueline Stamm

Vor rund einem Monat haben deshalb einige Schaffhauser:innen den Verein «Stadtpark Schaffhausen» gegründet. Sie wollen das Bauvorhaben der Stadt aufhalten und die Grünfläche in einen Park verwandeln. «Die Stadt denkt 30 – 40 Jahre in die Zukunft. Was ist aber, wenn wir weiterdenken bis so 120 Jahre in die Zukunft», sagt Maximilian Wiggenhauser. «Da hat ein Park grösseres Potenzial als eine Wohnzone.»

Sozialer Treffpunkt im Stadtkern

Damit ein Stadtpark überhaupt in Frage kommt, müssen die Initianten eine Motion mit 100 Unterschriften einreichen. Dann kommt das Ganze vor den grossen Stadtrat. «Die Stadt schlägt keine Idee vor, die ein Park vorsieht. Wir wollen, dass auch über diese Option nachgedacht wird», sagt Jacqueline Stamm. «Das ist die Chance für die Stadt, den Stadtkern auszubreiten.» Der Park soll zum sozialen Treffpunkt werden und eine Alternative zum Lindli bieten. Der Standort ist ideal und sehr gut an den ÖV angeschlossen, was ihn aus der Sicht des Vereins noch attraktiver macht. Die Plätze um das FC Schaffhausen Stadion sind jetzt schon öffentlich, auch wenn die Zäune irreführend sein können.

Links die eine Grünfläche, die zum Park gehören würde. Rechts ist das FCS Stadion, welches bestehen bleibt.

Das wichtigste für den Verein ist, sicherzustellen, dass das Areal nicht überbaut wird. «Wir haben bewusst noch keine Pläne für den Park vorgeschlagen», sagt Stamm. Diese sollen auf die Bedürfnisse der Anwohner:innen angepasst werden. Der vordere Spitz des Areals, wo die Chilbi und die Zirkusse stattfinden soll allerdings so erhalten bleiben.

«Es gibt genau zwei Optionen. Entweder ist man auf der Seite der Stadt und stimmt der Überbauung zu oder man ist auf unserer Seite und möchte einen Park. Es gibt leider keinen Mittelweg.»

Jacqueline Stamm

(Bilder: S’MAGAZIN)

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