Doughnuts und Kaffee voll fancy schmancy

Andrea Talavera eröffnete den Popup-Store «Kleiner dicker Junge» im Löwengässchen. Sie verkauft Doughnuts und Kaffee, alles kostet genau 5 Franken.

Es ist kurz nach 11 Uhr morgens und im «Kleiner dicker Junge» sind weniger als 10 Doughnuts übrig. Sie sind beliebt, die Kund:innen kaufen oft gleich ganze Boxen. Seit letztem Donnerstag ist «Kleiner dicker Junge» im Lokal von «Mr. Jones» untergebracht, da diese aufgrund Corona bis auf weiteres geschlossen haben.

Das Konzept von Talavera ist einfach: Sie verkauft Kaffee und Doughnuts. Beides aus regionalen Produkten, die Doughnuts sind auch vegan erhältlich. Beides kostet 5 Franken.

Es ist unfair, dass vegane Produkte meistens teurer sind, obwohl die Zutaten eigentlich billiger sind.

Andrea Talavera, Inhaberin von «Kleiner dicker Junge»

Talavera ist weder gelernte Bäckerin, noch Gastronomin, reiste aber für acht Jahre als Foodbloggerin um die Welt. Ihre Oma hatte ausserdem eine Cateringfirma in Peru, bei der sie oft aushalf. Die Idee, Doughnuts zu machen, ist entstanden, weil sie laktosefreie Doughnuts für ihren Sohn, auch die Inspiration für den Namen des Pop-ups, kreierte.

Schleckmäuler kommen bei «Kleiner dicker Junge» auf ihren Genuss.

Tönt erstmal fies, den eigenen Sohn als dick zu bezeichnen, vor allem wenn er das gar nicht ist. «Mein Sohn isst wie ein Weltmeister», sagt Talavera über den Spitznamen. «Ich nehme das alles nicht so ernst. Darum heisst auch der Kaffee nicht «handbrew», sonder «fancy schmancy»

Wer Talavera aber kennenlernt, merkt schnell, dass sie eine lebensfrohe Person ist, die gerne lacht und im Moment lebt.

Talaveras Tag beginnt früh. Sie steht um 2 Uhr nachts auf und macht sich an die Arbeit. Da sie an der Immunsystemkrankheit Zöliakie (starke Unverträglichkeit von Gluten) leidet, kann sie selbst nicht probieren, wie ihre Doughnuts schmecken. Sie vertraut voll und ganz dem Feedback, das sie kriegt. Umso bewundernswerter ist es, dass die Doughnuts so luftig sind und himmlisch riechen.

Im Lockdown haben viele Leute gelernt, Brot zu backen. Ich lernte Doughnuts zu machen.

Andrea Talavera, Inhaberin von «Kleiner dicker Junge»

140 Doughnuts täglich

Um 9 Uhr macht Talavera das Pop-up auf. Bis dahin hat sie 140 Doughnuts gemacht. Sie hat offen, solange es hat. Da sie alles von Hand macht und das auch in Zukunft so beibehalten möchte, ist es fast unmöglich, eine grössere Anzahl herzustellen. Die Produktion, und somit auch der Store, in Zukunft zu vergrössern, kann sie sich allerdings gut vorstellen. Dafür bräuchte sie aber Unterstützung. «Ich würde gerne mit Organisationen zusammenarbeiten, die beeinträchtigte Menschen beschäftigen. So kann ich der Community etwas zurückgeben», sagt Talavera.

Schild für Doughnuts und Kaffee vor dem Pop-up Store "Kleiner dicker Junge".
Bitte einmal hier eintreten für Kaffee und Doughnuts.

Unterstützung von allen Seiten

«Ich bin sehr dankbar für die Gastroszene in Schaffhausen», sagt Talavera. Sie habe viel Hilfe von dieser engen Community bekommen; von der Suche nach einem Lokal bis hin zum Finden von regionalen und nachhaltigen Produkten: «Die Leute sind da für dich».

Momentan tüftelt Talavera an glutenfreien Croughnuts, welche ebenfalls ins Sortiment kommen sollen.

Am Wochenende werde ich Doughnuts mit Alkohol anbieten. Aber nur am Wochenende..

Andrea Talavera, Inhaberin von «Kleiner dicker Junge»

Es gebe einfach Sachen, die man vermisse, wenn man in einer kleinen Stadt wohnt. Doughnuts gehören wohl in diese Kategorie.

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