Die grosse Klima-Abstimmung

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Mit den beiden Agrarinitiativen und dem CO2-Gesetz stimmen die Schweizer:innen am 13. Juni gleich über drei Dinge ab, die auf das Klima, die Biodiversität und Umwelt der Schweiz grossen Einfluss haben werden.

Am 13. Juni stimmt die Schweiz über das CO2-Gesetz ab. Doch was wissen eigentlich die Schaffhauser Kantonsrät:innen über die Klimakrise? S’MAGAZIN stelle neun Kantonsrät:innen die gleichen Fragen zur Klimakrise:

  1. Was hat das Pariser Klimaabkommen von 2015 als Ziel?
  2. Durch was wird die Klimaerwärmung verursacht?
  3. Welche Auswirkungen hat die Klimaerwärmung auf die Schweiz?

Vier Kantonsrät:innen haben geantwortet:

Theresia Deksen, CVP

  1. Pariser Klimaabkommen hat das Ziel, die Erderwärmung zu begrenzen
  2. Klimaerwärmung durch CO2, Metan
  3. Auswirkungen auf die Schweiz: Gletscherschmelze, Unwetterschäden durch Starkregen, Einfluss auf die Landwirtschaft, Wald (Pflanzen und Tierwelt) etc.

Mayowa Alaye, GLP

  1. Mit dem Pariser Klimaabkommen verfolgen die Staaten das Ziel, die Erderwärmung auf 1.5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken.
  2. Das Klima wird durch Treibhausgase (Treibhauseffekt) erwärmt.
  3. Die Schweiz erwärmt sich etwa doppelt so stark, wie der globale Durchschnitt. Für uns heisst das:
  • Gletscher schmelzen weg
  • die Winter werden im Flachland schneearm, Skifahren wird nicht mehr überall möglich sein
  • mehr Hitzesommer, mehr Extremwetterereignisse, mehr Hochwasser, mehr Murgänge usw.
  • gewisse Tier- und Pflanzenarten werden verschwinden bzw. neu dazukommen
  • es wird uns auch Geld kosten. Z.B. die Hitzesommer werden die Gesundheitskosten in die Höhe drücken. Die drohenden Hochwasser und Murgänge werden mehr Sicherheitsmassnahmen fordern (im CO2-Gesetz vorgesehen), mit weniger Skigebieten schrumpft ein Wirtschaftszweig
  • schon heute gibt es Klimaflüchtlinge, wenn wir aber die Kippunkte erreichen und die Erwärmung u.U. nicht mehr im Griff haben, dann können auch grössere Krisen in anderen Ländern beispielsweise zu Flüchtlings- sprich Migrationswellen führen

Linda De Ventura, AL

  1. Alle Staaten haben sich dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und dafür geeignete Massnahmen zu finanzieren. Die globale Erderwärmung soll weniger als 2 Grad betragen. 
  2. Unser sehr hoher Lebensstandard (Wohnen, Mobilität, Ernährung etc.) bewirkt, dass wir wahnsinnig viel Energie benötigen, welche durch das Verbrennen von Erdöl, Gas und Kohle gewonnen wird. Dies verstärkt den Treibhausgaseffekt enorm. Aber auch die aktuelle Landwirtschaft, insbesondere die Fleischproduktion hat grossen Einfluss auf die Klimaerwärmung.
  3. Es muss in der Landwirtschaft immer mehr bewässert werden, die Gletscher schmelzen, Sümpfe trocknen aus, es kommt vermehrt zu Waldbränden und Stürmen aber auch zu Überschwemmungen und Fischsterben. Tierarten sterben aus, insbesondere alte Menschen haben Mühe mit den häufigeren Hitzetagen, Skigebiete müssen wegen Schneemangel schliessen…

Maurus Pfalzgraf, junge Grüne

  1. Ziel vom Pariser Klimaabkommen ist: «To limit global warming well below 2 degree Celcius.» Was oft zurecht als 1.5 Grad interpretiert wird, weil die Schweiz im Club von den ambitionierten 1.5 Grad war.
  2. Die Klimaerwärmung, die wir aktuell haben, ist ganz klar vom Mensch verursacht. Es ist natürlich richtig, dass sich das Klima verändert, es hat sich schon immer verändert, es war auch schonmal wärmer als es jetzt ist. Das Klima ist aber noch nie so schnell angestiegen und das ist eine extrem teure und ungesunde Erwärmung, die wir haben.
  3. In der Schweiz ist es so, weil wir interkontinentales Klima haben, ist die Erwärmung bei uns etwa doppelt so stark als weltweit. Seit der Industrialisierung hat sich die Welt schon etwa um 1 Grad erwärmt, das heisst, in der Schweiz waren es 2 Grad. Wenn wir im globalen Durchschnitt eine Erwärmung von 3 Grad haben, auf das steuern wir politisch zu, dann ist das 6 Grad wärmer in der Schweiz. Das bedeutet die Gletscher sind weg, mehr Dürreperioden (extrem teuer für die Landwirtschaft), mehr Tote im Sommer wegen der Hitze, vor allem bei älteren Leuten. Und so weiter…

Was macht die Schaffhauser Politik?

Vor etwa einem halben Jahr machte der Klimastreik Schaffhausen eine Umfrage im Kantonsrat. Laut dieser Umfrage unterstützen und reichen Kantonsrät:innen Vorstösse zu klimapolitischen Themen ein. Manche reduzieren ihre CO2-Emissionen im privaten Bereich (nur noch 1 Auto, keine Flüge oder Kreuzfahrten mehr). Von 22 befragten Katonsrät:innen sagen mehr als 3/4, dass wir das Klimaabkommen momentan nicht einhalten. Die Umfrage ist allerdings nicht repräsentativ. Von den 60 Mitglieder:innen haben fast ausschliesslich linksgrüne Politiker:innen bei der Umfrage mitgemacht.

Doch was ist nun mit dem CO2-Gesetz?

Über was die Schweiz genau abstimmt, wird im Video von easyvote erklärt.

Offizielle Parolen zur Abstimmung am 13. Juni der Parteien in Schaffhausen

Die Schaffhauser Sektionen der Parteien fassten ihre Parolen zu der Abstimmung, die folgendermassen aussehen:

Covid-19-GesetzCO2-GesetzPestizid-verbotTrinkwasser-initiativeTerrorismusbekämpfungKantonal:
Lichtverschmutzung
SVPJaNeinNeinNeinJaNein
junge SVPNeinNeinNeinNeinNeinNein
SPJaJaJaJaNeinJa
Grüne-JaJaJaNeinJa
junge GrüneJaJaJaJaNeinJa
ALJaJaJaJaNeinJa
FDPJaJaNeinNeinJaNein
GLPJaJa-*JaNeinJa
JUSOJaJaJaJaNeinJa
EDUNeinNeinNeinNeinJaNein
EVPJaJaNeinNeinJaJa
CVPJaJaNeinNeinJaNein
Die Schaffhauser Parteien fassten ihre Parolen für die Abstimmung am 13. Juni 2021. (*Stimmfreigabe)

Laut einer SRG-Umfrage überwiegen die Ja-Stimmen zum CO2-Gesetz momentan, das Nein-Lager hole aber auf.

(Bild: cubicroot auf Pixabay)

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